In der Kultur eines Unternehmens befinden sich seine Vorderbühne und Hinterbühne im gleichen Gebäude, in dem sie strukturell und nicht kausal miteinander gekoppelt sind. Die Verhaltenskultur und die Wertekultur existieren in diesem Gebäude gleichzeitig.

Erving Goffmann benutzt das Theater mit seiner Vorder- und Hinterbühne als Modell für soziale Systeme.

Lord Ralf Dahrendorf schreibt im Vorwort des Goffman´s Buches Wir alle spielen Theater - Die Selbstdarstellung im Alltag (1959):

»Die soziale Welt ist eine Bühne mit Publikum, Darstellern und Außenseitern, mit Zuschauerraum und Kulissen, und mit manchen Eigentümlichkeiten, die das Schauspiel dann doch nicht kennt.«

Kultur

Für die Darstellungen verwendet Erving Goffmann folgende Begriffe, die wir in unserer Beraterpraxis als Leitplanken nutzen:

- Der Glaube an die eigene Rolle

- Fassade

- Dramatische Gestaltung

- Idealisierung

- Ausdruckskontrolle

- Unwahre Darstellungen

- Mystifikation

- Dichtung und Wahrheit

Wir alle spielen Theater - Die Selbstdarstellung im Alltag, Erwing Goffmann, Piper Verlag

Bei der Lekture werden Sie feststellen, dass die Inhalte heute genauso aktuell wie 1959 sind.

Die Einheit der Unterscheidung von Verhaltenskultur und Wertekultur bildet die Kultur in sozialen Systemen wie Unternehmen, Prozessen, Projekten. Verhaltenskultur lässt sich entwickeln bzw. anordnen. Verhaltenskultur ist ein Gestaltungsgegenstand, Wertekultur nicht.

Gestaltungsmittel für die Verhaltenskultur sind Argumente, Anweisungen, Regeln, Belohnung, Strafen.....

Für Theaterbesucher ist die Hinterbühne nicht sichtbar. Um die Wertekultur eines sozialen Systems zu verändern, muss man sich zuerst den Zugang zu seiner Hinterbühne schaffen (Durchs-Schlüsselloch-Schauen), um in die Kulissen zu schauen.

Der kultivierte Umgang mit Unterschieden befähigt

- in sozialen Systemen Unterschiede wahrzunehmen und sie auszuhalten, ohne sie sofort in eine Kategorisierung bzw. Schubladisierung zu bringen,

- wahrgenommene Unterschiede anzuerkennen und sich auf Gemeinsamkeiten zu treffen (Du bist Inder, ich bin Bayer, wir wollen gemeinsam unsere Projektziele erreichen),

- trotz der Irritationen handlungsfähig zu bleiben, den Zusammenhang in Betracht zu ziehen und sich durch den Kreislauf Wahrnehmen | Beobachten | Reflektieren durch die Komplexität der Welt des sozialen Systems gekonnt zu bewegen,

- unterschiedliche lokale sowie nationale Kultur-Brillen auf- und wieder absetzen zu können (die Vertriebler sind halt Schwätzer, wir Produktionsleut´ reden hingegen immer Tacheles!: Wirklich?).

Kultur als Kohärenzkraft

Kultur lässt sich entwickeln

Kulturentwicklung

Kultur gestaltet sich selbst

Kulturgestaltung


Cross Cultural Competency

»Ability to operate in different cultural settings.«

Cross Cultural Management

Interkulturelle Kompetenz

Interkulturelle Kompetenz


Transkulturelle Kompetenz

Transkulturelle Kompetenz

Unternehmenskultur

Unternehmenskultur


Prozesskultur

Prozesskultur