- Abnahmekriterien
- engl. Acceptance Criteria
Die Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit die Ergebnisse eines Projekts, z.B. Produkte, Services oder IT System, abgenommen werden.
Unterscheidung: Leistung | Erfolg
Dass das Projekt die Leistungen erbracht hat, bedeutet nicht immer, dass es ein Erfolg wurde.
- AGIL Schema
AGIL Schema vom amerikanischen Soziologen Talcott Parsons beschreibt die elementaren Fähigkeiten, die soziale Systeme zur Selbsterhaltung erfüllen müssen.
Adaptation / Anpassung
Die Fähigkeit eines Systems, auf die sich verändernden Umwelten zu reagieren, sich anzupassen. Ashby läßt sich grüßen!
Goal Attainment / Zielverfolgung
Die Fähigkeit eines Systems, im Hinblick auf Anpassung Ziele zu definieren und zu verfolgen.
Integration / Eingliederung
Die Fähigkeit eines Systems, Kohäsion (Zusammenhalt) und Inklusion (Einschluss) herzustellen und abzusichern. Im unternehmerischen Kontext sprechen wir vom Zusammenhalt von Strategie - Struktur - Kultur.
Latency bzw. Latent Pattern Maintenance / Aufrechterhaltung
Die Fähigkeit eines Systems, grundlegende Strukturen und Muster der Wertekultur aufrechtzuerhalten.
Schade, dass PMI und Verfasser vom PMBOK 4th Edition Talcott Parsons noch nicht entdeckt haben. Für Projektmanager wäre sein AGIL Schema ein Gewinn.
- Agile Organisation
- Ist Ihre Organisation agil?
Sagen Sie nicht: Oh, Gott, ich weiß es nicht. Doch Sie wissen es. Sie wissen mehr, als Sie zu sagen wissen.
Wenn sie eine funktionierende Organisation haben, sagen Sie einfach ja. Ihr Unternehmen ist anscheinend fähig, in der Auseinandersetzung mit ihren Umwelten brauchbare Handlunsgweisen für nachhaltige Erfolge zu finden.
Denn anscheinend kann Ihr Unternehmen
- mit der Dynamik seiner Umwelten Schritt halten und
- die Komplexität der Umwelten durch Unterscheidung wichtig | unwichtig souverän auf ein erträgliches Maß reduzieren.
Wenn Ihre Unternehmung nicht funktionieren würde, hätten sie sie schon längst dichtgemacht.
- Agiles Manifest
- Der kleinste gemeinsame Nenner aller agilen Vorgehensmodelle im IT-Bereich - z.B. Scrum - soll das Agile Manifest (Agile Manifesto) sein.
Vier Prinzipien sind:
- Individuen und Interaktionen haben Vorrang vor Prozessen und Werkzeugen
- Lauffähige Software hat Vorrang vor ausgedehnter Dokumentation
- Zusammenarbeit mit dem Kunden hat Vorrang vor Vertragsverhandlungen
- Das Eingehen auf Änderungen hat Vorrang vor strikter Planverfolgung
Zu den Unterzeichnern des Agilen Manifests gehören Ken Schwaber, Mike Beedle und Jeff Sutherland, drei der Begründer von Scrum, und bekannte Vertreter der XP-Szene wie Kent Beck dazu.
Nur, die Welt ist so wie sie ist. Nicht wie wir sie gerne hätten.
- Agiles Projektmanagement
- Agiles Projektmanagement ist ein Oberbegriff für verschiedene Gestaltungsrahmen für Projektmanagement. Für IT-Projekte sind Scrum oder Extreme Programming aktuelle Beispiele.
Das Eigenschaftswort agil bedeutet, dass das Projekt in der Lage ist, seine Eigendynamik an die Komplexität seiner Umgebung anzupassen. Für agiles Projektmanagement muss man davon ausgehen, dass nicht alle Zusammenhänge analytischen Algorithmen zugänglich sind. Der gekonnte Umgang mit komplexen Problemen ist der kritische Erfolgsfaktor für agiles Projektemanagement.
Agiles Projektmanagement bedeutet für uns das Projektmanagement in dynamischen Umwelten.
- Aktivität
- Engl. Activity
Glücklicherweise haben die Normexperten den deutschen Begriff Aktivität bis jetzt nicht genormt, so dass die Projektbeteiligte sich nicht normwidrig verhalten, wenn sie für die Operationen ihres Projektes Begriffe wie Aktivität, Vorgang , eine Komponente der Arbeit, Aufgabe verwenden.
- Alignment
- Denglisch Alignment
zu Deutsch Ausrichtung, Anordnung, Positionierung auf Linie
Eines der Lieblingswörter mancher Berater, die Kultur zu entwickeln versuchen.
Ein Verhaltensmuster von Tieren, das in natürlichen Schwärmen beobachtet wird. Ein Individuum, das dieses Verhalten zeigt, passt seine Bewegungsrichtung der Bewegungsrichtung seiner Nachbarn an.
- Analysten
- Analysten haften ab sofort für ihre Veröffentlichungen, z.B. für Empfehlungen zum Aktienkauf! (Bluerocks Romantik!)
- Sell (Muss man tatsächlich verkaufen oder kaufen?)
- Buy
- Strong buy
- Anforderungen sammeln
- Engl. 5.1 Collect Requirements
Von PMI zu Scrum : Anforderungen sind Inhalt vom Product Backlog
- Autodynamik
- Schön haben die alten Griechen das wichtigste Merkmal von Unternehmen beschrieben: autós : selbst, poiein : erschaffen
(Der Begriff Autopoiesis stammt aus der aristotelischen Schule und wurde vor allem vom chilenischen Biologen H. R. Maturana und seinem Kollegen F.J. Varela verwendet und später von Luhmann auf die Gesellschaftstheorie übertragen.)
Das zentrale Element von sozialen Systemen ist ihr autopoietischer Charakter. Das ist die Fähigkeit, die Umweltkomplexität in systeminterne Ressourcen zur Selbstreproduktion zu verwandeln. Autopoiesis bezeichnet somit die Reproduktion von Elementen eines Systems durch dieses System selbst.
Unternehmen sind autopoietische Systeme. Als soziale Systeme werden Unternehmen nicht von außen gesteuert, sondern reproduzieren sich selbst, um überleben zu können.
Die Umwelten eines Unternehmens, eines Prozesses, eines Teams, eines Projektes können weder seine Elemente konstituieren noch seine Operationsweise direkt verändern. Als autopoietische Systeme sind Unternehmen, Prozesse, Projekte operativ geschlossen.
Ihre Umwelten spüren sie an der Dynamikdifferenz. Während ein Unternehmen operiert, sucht es permanent nach Druckpunkten und Stellen, auf die es sensibel reagiert: Das Unternehmen operiert in Unternehmen | Umwelten Differenzen. Die fundamentale Unterscheidung entlang dieser Differenz ist Selbstreferenz | Fremdreferenz (Synonym: interne Referenz | externe Referenz).
Ist die Umweltdynamik größer als die Eigendynamik hat z.B. ein Unternehmen ein Problem. Es spürt den Druck seiner nächsten Umwelt, den vom Markt. Hier ist der Druckpunkt, den Prozessmanager im Prozessnetzwerk des Unternehmens zu identifizieren haben. Hier schließt sich das Unternehmen über seine Strukturen an seine Umwelt an.
Ist die Eigendynamik größer als Umweltdynamik könnte das Unternehmen Marktvorteile aber auch Probleme haben:
- Überrascht das Unternehmen seine Mitbewerber mit außergewöhnlichen Ideen, so ist es erfolgreich.
- Wird im Unternehmen aufgrund des kreativen Potenzials sehr viel nice to have gemacht, ohne dass man auf dem Markt dafür Abnehmer findet, dann hat das Unternehmen ein Problem.
In diesem Zusammenhang fassen wir Ross Ashby so auf: Nur Unternehmen, die über mindestens so viel Eigendynamik wie die Dynamik ihrer Umwelt verfügen, können erfolgreich sein.
Unternehmen reagieren permanent auf Veränderungen in ihren Umwelten, allen voran in ihrer Umwelt Markt. Sie versuchen, das Dynamikgefälle zu ihren Gunsten in Gebrauch zu nehmen. Daher sind sie ständig im Werden, ständig in Re-Konstruktion. Sie spüren die Druckpunkte und schrauben an den Stellhebeln, um die Eigendynamik auf das Niveau der Umweltdynamik anzuheben.
Der flotte Fahrer auf der Autobahn ist bei weitem nicht dynamisch. Erst wenn er auf der Landstraße auf Traktorfahrer, die nach einer scharfen Kurve -von einer Seitengasse kommend- plötzlich auftauchen könnten, aufpassen muss, steigt seine Dynamik. Dieses permanente Reagieren führt zum laufenden organisationalen Wandel: Autodynamik.
Autodynamik setzt sich aus Autopoiesis und Dynamik.
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