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RD Glossary

Ruck
siehe Scrum
Scrum
Webpräsenzen Scrum.com und  Scrum.de haben mit dem agilen Projektmanagement auf Anhieb nichts zu tun.

Oder doch? Der Gestaltungsrahmen Scrum für überschaubare IT Software-Entwicklungsprojekte könnte eher mit ruck (das angeordnete Gedränge im Rugby-Union-Sport) identifiziert werden.

Scrum - das Angeordnete Gedränge ist in verschiedenen Varianten des Rugbysports die Standardsituation, um das Spiel nach kleineren Regelverstößen, einem unerlaubten Vorwärtsspielen des Balles oder nach einem Aus (nur im Rugby League) neu zu starten. Einwurf erhält die Mannschaft, die den Regelverstoß nicht begangen hat.

Scrum soll den IT Software-Entwicklungsprojekten ermöglichen, dass ihre  Eigendynamik sich kontinuierlich am Dynamikgefälle zwischen ihrer Umwelt und sich selbst orientiert.

Die Ergebnis-Verantwortung wird auf zwei Rollen verteilt:

  • Product Owner für Projekt- sowie Release-Ergebnisse
  • Scrum Team für Sprint-Ergebnisse

Jedes einzelne Mitglied im Scrum Team trägt nicht nur für sein eigenes Tun, sondern auch für das gemeinsame Produkt Verantwortung.

In unseren Projekten hören wir zu Beginn öfters das Argument: "Unsere Projektmitarbeiter übernehmen aber nicht gerne Verantwortung und machen nur das, was der Projektmanager ihnen vorgibt." 

Pech. Die Scrum Team Mitglieder haben gar keinen Chef, Signora! Sie müssen nach dem Leitbild "Selbst ist die Frau/der Mann" agieren.

Was ist mit dem Scrum Master? Er nimmt dem Scrum Team keine operative Verantwortung ab.  

Die Fähigkeit zur Selbstorganisation des Projektteams ist für Scrum Projekte der kritische Erfolgsfaktor.

→  Scrum Next Step Seminare


Scrum Entwicklungs-Team
Das Scrum Entwicklungs-Team als Auftragnehmer vom Product Owner verantwortet die Aufgabe, den aktuellen Sprint Backlog umzusetzen und an den Product Owner die gemeinsam mit ihm festlegten Ergebnisse zu liefern.

Hierbei organisiert es sich selbst. Anders ausgedrückt: Als soziales System stellt sich autodynamisch selbst her. Dabei schließt sich das Scrum Entwicklungs-Team während des Sprints von seinen Umwelten operational ab.

Die zentrale Operation des Scrum Entwicklungs-Teams als soziales System ist Kommunikation.

Kommuniziert wird über 

  • Scope -zu finden im Sprint Backlog-
  • Qualität
  • Zeit -Sind wir in der Time Box?-
  • Kosten
  • Ressourcen -Kollege braucht Unterstützung!-
  • Risiken

und über Wechselwirkungen unter diesen 6.

Dies bedeutet, dass die einzelnen Scrum Entwicklungs-Team Mitglieder doch vom Projektmanagement Ahnung haben müssen. Die Frage ist: Wie viel Ahnung?  

Das Scrum Entwicklungs-Team wird cross-funktional besetzt und definiert keine differenzierenden Rollen wie Entwickler, Techi, Architekt, Datenbank-Koryphäe, Designer, Prozessmanagement Schwafler.

Die eigene Organisation festzulegen, ist die Aufgabe des Scrum Entwicklungs-Teams. Die besondere Herausforderung ist die cross-cultural Kommunikation:

Cross cultural Management  

Mit der Unterscheidung von Umwelten und Scrum Entwicklungs-Team selbst kommt das emergente Verhalten zustande. Die Wahrnehmung der Umwelten durch das Scrum Entwicklungs-Team ist stets selektiv, z.B. wichtig | unwichtig im Zusammenhang mit dem Abarbeiten vom Sprint Backlog.   

Product Owner als sein Auftraggeber und Scrum Master als sein Coach gehören zur Umwelt des Scrum Entwicklungs-Team.

Denkfehler: Teilnahme an Soft-Skill-Trainings befähigt zur Selbstorganisation.  


Scrum Master
Die primäre Aufgabe vom Scrum Master ist das Scrum Team dabei zu begleiten, die Eigendynamik des Sprints auf das Maß der Umweltdynamik, vor allem auf die Release-Dynamik zu bringen und dafür zu sorgen, dass sich das Dynamikgefälle nicht zu Ungunsten des Sprints verschiebt.

Dafür schützt er das Scrum Team während der Iterationen (Scrumisten nennen sie Sprint) vor den aus der Projektumwelt kommenden Störungen: Er begleitet das Scrum Team bei der Abkapselung während der Sprintdauer - 2 bis 4 Wochen.  

Damit die Eigendynamik des Projektes nicht in chaotische Zustände ausufert, trägt er Sorge für die Einhaltung des Scrum Regelwerkes und räumt Hindernisse, die in täglichen Daily Scrums adressiert werden, aus dem Weg, indem er aufkommende Fragen und Probleme zeitnah klärt. Er ist der Eigner vom Impedement Backlog.

Der Scrum Master ist ein Dienstleister, der das Scrum Team begleitet, ohne es wie eine Trivialmaschine zu steuern. (Uns sind Projektmanager bekannt, die diese Art der Teamführung seit vielen Jahren praktizieren, ohne dabei zu wissen, dass sie Scrum Master genannt werden können.) 

Ken Schwaber hat für Scrum Master bewusst einen anderen Namen als Projektmanager gewählt, weil es sich dabei um eine andere Verantwortlichkeit handelt. In der Praxis geht die Rollenbesetzung oft schief, weil man es lediglich dabei belässt, die Rolle des Projektmanagers "umzutaufen". 

Die Aufgaben des tradierten Projektmanagers werden in Projekten nach agilem Projektmanagement auf drei Rollen verteilt.

Für uns ist die Rolle Scrum Master die drittwichtigste Rolle unter den drei Scrum-Rollen.

Wink Scrum Master Seminare


Scrum Selbstorganisation

Mit Selbstorganisation bezeichnen wir all jene nichttrivialen Prozesse, die dafür sorgen, dass ein soziales System wie Scrum Team eine Ordnung bekommt und aufrechterhalten bleibt. Dazu gehört auch, dass das System auf Änderungen von innen und aussen reagieren kann, flexibel bleibt und einen neuen Gleichgewichtszustand findet. Selbstorganisation bedeutet nicht, dass sich die Teammitglieder im Scrum Team selber organisieren, sondern sie ist eine Eigenschaft des sozialen Systems Scrum Team selber.

Projektteams sind komplexe soziale Systeme, die von einem Projektleiter nicht zu 100% überblickt und gesteuert werden können. Die Selbstorganisation lebt von in der Peripherie getroffenen Entscheidungen eigenständig handelnder Teammitglieder. Alle müssen den Handlungen vertrauen können. Gunter Netzer bringt es seiner Bild-Kolumne am 04. Juli 2010 auf den Punkt:

"...

Die Spieler verstehen sich untereinander nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich. Es gibt keine Streitigkeiten, keinen Neid. Das hat nichts mit 11-Freunde-Romantik zu tun. Gegenseitiges Vertrauen ist aber auch im heutigen Profigeschäft die Voraussetzung, um gemeinsam nach wochenlanger Vorbereitung das große Ziel zu erreichen.

..."  

Das Scrum Team wird zur Selbstorganisation fähig, indem es in jedem Sprint auf Basis von aktuellen Prioritäten im Product Backlog den Inhalt und Umfang (Scope ) eines Increment of Potentially Shippable Functionality selbst modifiziert. Reviews und Retrospektiven nach jedem Sprint dienen zu diesem Zweck.

Die Voraussetzung für die Selbstorganisation ist, dass keine Steuerung von außen erfolgt. Das Scrum Team muss seine Entscheidungen eigenständig treffen.

Scrum Master darf keine steuernden Anweisungen geben.

Die Selbstorganisation ist auch mit PMI® Gestaltungsrahmen möglich. Projektmanager und Projektteam nach PMI® müssen gemeinsam die Selbstorganisation verstehen und für das jeweilige Projekt definieren. Die Enterprise Environmental Factors EEF können externe Referenzen verkörpern, die für die Selbstorganisation des Projektteams wie Luft und Wasser nötig sind.

Im Idealfall müsste der Auftraggeber im Project Charter als Product Owner fungieren. 

Cool Denkfehler

  • Selbstorganisation kann in systemischen Soft Skill Seminaren gelernt werden: wenn alle über emotionale Intelligenz verfügen, dann müsste man nur noch Selektion der Information, Selektion der Mitteilung und Selektion der Annahme / des Verstehens in Griff bekommen.
  • Agile Projekte lassen sich mit System Dynamics simulieren: viel Spaß beim Loops Hopping!
  • Soft Facts und Management Entscheidungen lassen sich ebenfalls mit System Dynamics gut modellieren. Die Grundvoraussetzung dafür wäre, dass der Manager all seine Gedanken ohne Zeitverluste offen legt. (Die Gedanken sind Operationen des Bewusstseinssystems des Menschen. Pro Tag sind ca. 60.000 Operationen, die das Bewusstseinssystem abarbeitet.)
Selbtsorganisation ist Prozessorganisation

Selbstorganisation und Projektmanagement


Scrum Sprint
Iterationen werden in Scrum Sprint bezeichnet. Jeder Sprint hat ein Inkrement einzulieferen, d.h. der Wertschöpfung des Projektes beizutragen. 

Das Scrum Team ist der Auftragnehmer des Product Owners.

Während des Sprints darf der festgelegte Aufgabenumfang nicht verändert werden. Für die Verpflichtung des Teams, in einem Sprint die Aufgaben in dem Sprint Backlog vollständig (100%) abzuarbeiten, ist dies Grundvoraussetzung.


Service Level Agreement SLA
Deutsch - ebenfalls Service Level Agreement

Quantitative und qualitative Vereinbarung über zu liefernde Leistungsumfänge unter Nutzung ökonomischer Schnittstellen ( externe Service Beziehungen )


Sharehopper
Wir bezeichnen manche Shareholder so, da sie Aktienpakete öfters als ihr Hemd wechseln.
Sinn
Sinn ist das Medium, welches sich in psychischen und sozialen Systemen durch Gedanken oder Kommunikationen realisiert.

Jede Selektion dieser Systeme findet im Medium Sinn statt und aktualisiert es zugleich.

Sinn das universale Medium der anschlussfähigen Formbildung sozialer und psychischer Systeme. Sinn ermöglicht die Auswahl der Operationen, indem er die unendliche Komplexität der Welt auf das Sinnvoll-Anschlussfähige reduziert.

Drei Dimensionen des Sinns:

  • Sachdimension arbeitet mit der Unterscheidung bestimmt | unbestimmt
  • Zeitdimension arbeitet mit der Unterscheidung vorher | nachher
  • Sozialdimension arbeitet mit der Unterscheidung ego | alter ego

→ Komplexitätsreduzierung


Sinnkopplung
Sinnkopplung - ein Merkmal des Menschen (so alt wie die Menschheit selbst) 

→ Sinn 

→ System


Soft Facts
Deutsch - weiche Fakten oder weiche Faktoren

Die auf Anhieb unsichtbaren Aspekte einer Organisation in seiner Hinterbühne. Sie sind Elemente der Wertekultur, die den Erfolg einer Organisation in dynamischen Märkten ausmachen.

Soft Facts sind Prinzipien, tatsächliche Interessen, Einstellungen, Werte, Gefühle, hidden agenda, Migrantenkomplex, informelle, nicht inszenierte Beziehungen.

In Change Management Vorhaben werden sie oft halbherzig behandelt oder gar ausgeblendet, weil sie sich nicht entwickeln lassen. Allein der Begriff Fakt ist eine Denkfalle, da man für die Werte keine Fakten schaffen kann.

Die Techniken wie Laternen Interviews und Laternen Workshops dienen zur Beobachtung der Soft Facts.   


Stakeholder
  • Stakeholder haben Bedürfnisse, Ansprüche, Interessen.
  • Stakeholder sind Kommunikationsadressen zwischen der Unternehmung und ihren Umwelten. 
Stakeholder Management Seminar
Stakeholder identifizieren
10.1 Identify Stakeholders

Für ein Projekt -egal ob PMI, GPM/IPMA, Scrum u.a.- ist die Identifizierung von kausal und strukturell gekoppelten Stakeholder bei der Initiierung des Projektes die halbe Miete für den Projekterfolg.

Stakeholder


Stakeholdererwartungen managen
Engl. 10.4 Manage Stakeholder Expectations

Im PMBOK® Guide wird für den Projektprozess Stakeholdererwartungen managen der Austausch (was wird ausgetauscht?) mit den Stakeholder vorgesehen, um deren Bedürfnisse zu erfüllen und ggf. auftretende Probleme auszusprechen.

Der Projektprozess Stakeholdererwartungen managen umfasst laut PMBOK® Guide unter anderem Mitteilungen an die Stakeholder, um deren Erwartungshaltung zu beeinflussen, auf deren Bedenken zu reagieren und Probleme zu lösen.

Diese Art vom Erwartungsmanagement soll dazu beitragen, dass die Stakeholder sich über die Vorteile und Risiken des Projektes (richtig wäre Chancen und Gefahren des Projektes! Die Anschlussfrage: Für wen?) im Klaren sind. 

Schön wäre es, wenn die Stakeholder ihre Erwartungen nur so managen lassen würden, als gebe es eindeutige Kausalitäten. Dem ist es leider nicht so. Es ist an der Zeit, sich vom naiven Stakeholder-Vertändnis und Stakeholder-Managementmodellen zu verabschieden.

Kommunikationsmanagement in Projekten

Stakeholder Management


Steuerung
Automata von Heron von Alexandria (20-62 nach Christus) 

Heron entwickelte eine Türsteuerung , bei der sich durch Entzünden eines Feuers die Tempeltür öffnete. 

Sein Weihwasserautomat gab nach Einwurf einer Münze eine kleine Menge geweihtes Wasser aus. Seine Ideen waren die ersten Beispiele der Steuerungstechnik.

Steuerung setzt die kausale Kopplung voraus. Im Management Kontext definieren wir Steuernde | Gesteuerte und die Elemente, welche die beiden kausal verbinden.

Steuerung beeinflusst den Arbeitsablauf einer Maschine oder eines Prozesses nach einem vorgegebenen Plan.   

Abhängig von Eingangsgrößen und Zustandsgrößen werden Ausgangsgrößen gesetzt.

Durch die Abbildung der Operationen von dem Steuernden und den Gesteuerten in Automaten werden Automatisierungssysteme gebildet, z.B. Produktionsautomatisierung. Ein "intelligenterer" Automat -der Leitrechner ordnet an, was die "weniger intelligenten" Automatisierungsgeräte wann auszuführen haben. Hier läuft uns das Gefälle der Maschinen-Intelligenz über den Weg, das Niklas Luhmann Differenz bezeichnet:  

“Man kann den Begriff der Steuerung auf jeweils spezifische Differenzen und nicht auf Systeme beziehen. Differenzen können durch Steuerung gesteigert oder auch abgeschwächt werden. In jedem Fall beobachten Steuerungsversuche das zu steuernde System mit Hilfe einer spezifischen Unterscheidung”.   

Versucht allerdings ein Projektmanager sein Projektteam oder ein Prozessmanager seine Prozessbeteiligte zu steuern, als ob er ein Leitrechner und die Mitarbeiter Automatisierungsgeräte wären, ist das Elend vorprogrammiert. Er hat den Begriff Differenz nicht ganz verstanden. Das Machtgefälle kann mit Ursache-Wirkungs-Mustern nicht gelebt werden, da Organisationen keine trivialen Maschinen sind. Triviale Maschinen können von Software Entwicklern codiert werden. Die im Anforderungsprofil von Requirements-Managern definierten Eingangsgrößen führen in ihrem Fall zu fest gekoppelten bzw. geplanten Ausgangsgrößen.

Organisationen wie Unternehmen, Projekte, Prozesse reagieren in ihrem Verhalten immer auf ihre innere Logik, so dass sie auf Eingangsgrößen selektiv reagieren. Organisationen verarbeiten Sinn. 

→ Denkfalle: Führen ist Ausführen.

Regelung - Kommt bei der Steuerung die fortlaufende Rückkopplung der Ausgangsgröße auf den Eingang hinzu, wird von Regelung gesprochen.

In der Betriebswirtschaft ist Controlling eines der Kernelemente für Steuerung. 

→ Führung

→ Management


StoryTelling
Storytelling

Strategie

Strategie Definition

Strategie Management Consulting

→ Strategisches Multiprojektmanagement (Projektportfoliomanagement)


Structural Drift
Structural Drift bezeichnet die Entwicklung verschiedener Systeme, die miteinander nicht kausal gekoppelt sind, aber den gleichen Lebensraum teilen, als ob zwischen den beiden gegenseitige Eingriffe stattgefunden hätten.
Strukturelle Kopplung
Strukturelle Kopplung Definition
Sunk Costs
Sunk Costs - Deutsch: versunkene Kosten

Sunk costs sind aufgrund vergangener strategischen Entscheidungen entstandene Kosten, die weder gegenwärtig noch zukünftig beeinflussbar sind. Sie stellen irreversibel vordisponierte Kosten dar. Sunk Costs entstehen in dem Zusammenhang, wenn eine Unternehmung Investitionen mit dem Ziel unternimmt, ihre Wettbewerbsposition zu festigen. 

Der Begriff Sunk Costs wird im strategischen Management und Projektmanagement verwendet.

Sunk Costs stellen ein Beispiel für strukturelle Kopplung dar.


System
Traditionelle Definition, die wir schon in der Grundschule (heute noch) lernen:

Ein System ist eine Gesamtheit voneinander abhängiger Funktionen, die Input zu Output verarbeiten.  

"...

Ein System ist ein Mittel, Eingaben in Ausgaben umzuwandeln. Diese Beschreibung trifft zu, ganz gleich, ob das beschriebene System eine Behörde, eine Steuerkanzlei, ein typisches IT-System, die menschliche Leber oder Milz ist ... im Prinzip alles, was wir gern als "System" bezeichnen.

IT-Systeme unterscheiden sich davon in folgender Hinsicht: Sie sind Umwandlungen von Dateneingaben, die in das System hineinfließen, in Datenausgaben, die aus dem System herausfließen. Traditionellerweise konzentriert sich die Spezifikation solcher Systeme fast ausschließlich darauf, ihre Transformationsregeln zu definieren, die Verfahren und Methoden, die implementiert werden müssen, damit das System seine Eingaben in Ausgaben umwandeln kann.

..."

Bärentango, Tom de Marco & Timothy Lister, Seite 133

Traditionell wurde und wird ein System meist als eine irgendwie zusammengehörige Ansammlung von Dingen mit Beziehungen untereinander angesehen. Das ist klar und einfach und passt scheinbar immer. Also wird dieses Konzept ohne weiteres auf soziale Systeme (Unternehmen, Teams, Projekte, Prozesse) übertragen. Wiederum scheint es sofort naheliegend, einzelne Personen als die Elemente eines sozialen Systems zu identifizieren. Immer wenn man auf soziale Systeme trifft, operieren Menschen in ihnen. 

Eine Behörde, eine Steuerkanzlei, ein typisches IT-System, die menschliche Leber oder Milz: Tatsächlich sind die alle "Systeme". Hier verabschieden wir uns von Tom de Marco. 

 

Heinz von Foerster, ganz der charmante Wiener:

»Ein System ist ein Kasterl, das man auf der einen Seite kitzeln kann und auf der anderen Seite niest es«.

Er spricht von trivialen Systemen und nichttrivialen Systemen.  

Biologische, psychische und soziale Systeme sind nicht nichttrivial.  

Zur präzisen Beschreibung müssen wir also Typen bilden. Die Input-Output-Beziehungen reichen nicht mehr aus, um die Komplexität präziser zu beschreiben. Spätestens dann geht Ihnen ohne diese Präzisierung die Puste aus, wenn Sie die Stakeholder Ihrer Unternehmung fundiert identifizieren wollen. Hier stehen uns Niklas Luhmann, Humberto R. Maturana und Fransisco J. Varela zur Seite, damit wir die Welt nicht ausschließlich in Kausalitätssätzen ausdrücken und die Technologie nicht als eine der Unternehmensumwelten zu betrachten.

  • Sinnverarbeitende Systeme
  • soziale Systeme , z.B. eine Behörde, eine Steuerkanzlei
  • das psychische System der Menschen (Synonym - Bewusstseinssystem)
  • Codeverarbeitende Systeme
    • Nichttrivial - Biologische (= lebende) Systeme wie Organe, Zellen z.B. Leber, Milz
    • Trivial - Automaten wie Maschinen, IT z.B. ein typisches IT-System 

Systeme sind operational geschlossen, strukturell offen. Sie schließen sich an ihre Umwelt über ihre Strukturen und nicht über Operationen.

  • Soziale Systeme operieren im Medium Sinn. 
  • Die Operationen psychischer Systeme sind Gedanken (Das psychische System eines durchschnittlichen Menschen hat am Tag ca. 60.000 Operationen.)
  • Lebende Systeme produzieren, reproduzieren und erhalten Zellen, Zellteile oder Organe bzw. ganze Organismen. 

Der Mensch ist die Einheit der Unterscheidung von einem biologischen System (der Körper mit lebenden Sub-Systemen wie Organe und die Zellen...) und dem psychischen System (das Bewusstsein). Beide sind über strukturelle Kopplung miteinander verbunden und teilen sich den gleichen Lebensraum: Den menschlichen Körper.

In den sozialen Systemen wie Unternehmen, Prozessen und Projekten sind Personen, als konstruierte Identitäten, als Adressaten von Kommunikation zu verstehen. Personen sind selbst keine sozialen Systeme, sondern als Bewußtseinssysteme Kommunikationsadressen. Sie verfügen über Bedürfnisse, Individualität und über bestimmte Werte. 

Wenn Prozessmanager oder Projektmanager die personellen Ressourcen planen, planen sie die Anzahl der biologischen Systeme. Bei der Teamentwicklung haben sie mit sozialen und psychischen Systemen zu tun.

So ist es nicht überraschend, dass Projektmanagement Vordenker, Querdenker und Experten immer wieder den Faktor Mensch entdecken. Konferenzen und Tagungen mit dem Titel Faktor Mensch werden organisiert. Die Entdeckungsfahrt wird bis Ende der Menschheit dauern, da der Mensch in Projekten und Prozessen nur biologisch zu finden ist. Sein biologisches System ist drin, sein Bewusstseinssystem ist draußen, damit er das Projekt oder den Prozess beobachten kann.   


Taylor
Reduzieren Sie Taylor nicht auf Taylorismus!

Frederick W. Taylor (1856 - 1915)


Technik
Technik - engl. Technique - stammt aus dem altgriechischen téchne .

Im Projektmanagement oder Prozessmanagement werden Techniken angewandt, um triviale Verhältnisse zu erzeugen, z.B. Ressourcen werden planbar, Vorgänge und Abläufe werden steuerbar, Fehler werden identifizierbar und zuordenbar.

Durch Beherrschung von Techniken weiß man, wie man Methoden einsetzt. 

→ Denkfehler: Methode ist Technik.     

Technik ist Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk, um Methoden und Fähigkeiten in der Praxis von Projekten und Prozessen anzuwenden. Durch meine Technik weiß ich, welche Methode wann / wo / wie anwende.   

Die alten Griechen haben um den Begriff téchne herum tiefgründig genug philosophiert. Auch zeitgenössischen Praktikern unter den Besuchern unseres Glossars sei

  • Platons "Charmides" , indem er über poiesis und praxis sinniert
  • Die Kritik von Aristoteteles zum platonischen Techne-Begriffs, wobei seine Gedanken auch um techne/poiesis versus phronesis/praxis kreisen.

sehr zu empfehlen.

Gegenüber Platon stellt Aristotales nicht die Kenntnis eines für den Menschen absoluten Guten, sondern das beratende Gespräch in Bezug auf das, was im Einzelfall zur Entscheidung steht in seinem Bezug auf das gute Leben insgesamt, und zwar gemäß der Tugend im Rahmen der Erfassungsordnung einer auf Gleichheit beruhenden freien Bürgergemeinde (polis).

Was hat das mit dem Projektmanagement oder dem Prozessmanagement zu tun?

Die Suche nach der Antwort überlassen wir Ihnen.


Terminmanagement in Projekten
engl. Project Time Management

Terminmanagement in Projekten hat das primäre Ziel, den pünktlichen Abschluss eines Projektes sicherzustellen.

Prozesse des Terminmanagement in Projekten

  • Vorgänge festlegen
  • Vorgangsfolgen festlegen
  • Ressourcen für Vorgänge schätzen
  • Vorgangsdauer schätzen
  • Terminplan entwickeln
  • Terminplan steuern

Jeder von sechs Prozessen erfordert zur Projektplanung hohe Kompetenz und nicht nur Wissen.

Sollten Ansätze wie Critical Chain (Kritische Kette) angewendet werden, müssen sie über alle Projektprozesse und Wissensgebiete aufgespannt werden. Critical Chain ist viel mehr als nur eine Methode der Terminplannetztechnik und befasst sich nicht nur mit Puffern.

→  Terminmanagement in Projekten Seminar


Terminplan entwickeln
Engl. 6.5 Develop Schedule

Von PMI zu Scrum: Release-Plan


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