- Stakeholder
- Stakeholder haben Bedürfnisse, Ansprüche, Interessen.
- Stakeholder sind Kommunikationsadressen zwischen der Unternehmung und ihren Umwelten.
- Stakeholder identifizieren
- 10.1 Identify Stakeholders
Für ein Projekt -egal ob PMI, GPM/IPMA, Scrum u.a.- ist die Identifizierung von kausal und strukturell gekoppelten Stakeholder bei der Initiierung des Projektes die halbe Miete für den Projekterfolg.
- Stakeholdererwartungen managen
- Engl. 10.4 Manage Stakeholder Expectations
Im PMBOK® Guide wird für den Projektprozess Stakeholdererwartungen managen der Austausch (was wird ausgetauscht?) mit den Stakeholder vorgesehen, um deren Bedürfnisse zu erfüllen und ggf. auftretende Probleme auszusprechen.
Der Projektprozess Stakeholdererwartungen managen umfasst laut PMBOK® Guide unter anderem Mitteilungen an die Stakeholder, um deren Erwartungshaltung zu beeinflussen, auf deren Bedenken zu reagieren und Probleme zu lösen.
Diese Art vom Erwartungsmanagement soll dazu beitragen, dass die Stakeholder sich über die Vorteile und Risiken des Projektes (richtig wäre Chancen und Gefahren des Projektes! Die Anschlussfrage: Für wen?) im Klaren sind.
Schön wäre es, wenn die Stakeholder ihre Erwartungen nur so managen lassen würden, als gebe es eindeutige Kausalitäten. Dem ist es leider nicht so. Es ist an der Zeit, sich vom naiven Stakeholder-Vertändnis und Stakeholder-Managementmodellen zu verabschieden.
→ Kommunikationsmanagement in Projekten
- Steuerung
- Automata von Heron von Alexandria (20-62 nach Christus)
Heron entwickelte eine Türsteuerung , bei der sich durch Entzünden eines Feuers die Tempeltür öffnete.
Sein Weihwasserautomat gab nach Einwurf einer Münze eine kleine Menge geweihtes Wasser aus. Seine Ideen waren die ersten Beispiele der Steuerungstechnik.
Steuerung setzt die kausale Kopplung voraus. Im Management Kontext definieren wir Steuernde | Gesteuerte und die Elemente, welche die beiden kausal verbinden.
Steuerung beeinflusst den Arbeitsablauf einer Maschine oder eines Prozesses nach einem vorgegebenen Plan.
Abhängig von Eingangsgrößen und Zustandsgrößen werden Ausgangsgrößen gesetzt.
Durch die Abbildung der Operationen von dem Steuernden und den Gesteuerten in Automaten werden Automatisierungssysteme gebildet, z.B. Produktionsautomatisierung. Ein "intelligenterer" Automat -der Leitrechner ordnet an, was die "weniger intelligenten" Automatisierungsgeräte wann auszuführen haben. Hier läuft uns das Gefälle der Maschinen-Intelligenz über den Weg, das Niklas Luhmann Differenz bezeichnet:
“Man kann den Begriff der Steuerung auf jeweils spezifische Differenzen und nicht auf Systeme beziehen. Differenzen können durch Steuerung gesteigert oder auch abgeschwächt werden. In jedem Fall beobachten Steuerungsversuche das zu steuernde System mit Hilfe einer spezifischen Unterscheidung”.
Versucht allerdings ein Projektmanager sein Projektteam oder ein Prozessmanager seine Prozessbeteiligte zu steuern, als ob er ein Leitrechner und die Mitarbeiter Automatisierungsgeräte wären, ist das Elend vorprogrammiert. Er hat den Begriff Differenz nicht ganz verstanden. Das Machtgefälle kann mit Ursache-Wirkungs-Mustern nicht gelebt werden, da Organisationen keine trivialen Maschinen sind. Triviale Maschinen können von Software Entwicklern codiert werden. Die im Anforderungsprofil von Requirements-Managern definierten Eingangsgrößen führen in ihrem Fall zu fest gekoppelten bzw. geplanten Ausgangsgrößen.
Organisationen wie Unternehmen, Projekte, Prozesse reagieren in ihrem Verhalten immer auf ihre innere Logik, so dass sie auf Eingangsgrößen selektiv reagieren. Organisationen verarbeiten Sinn.
→ Denkfalle: Führen ist Ausführen.
Regelung - Kommt bei der Steuerung die fortlaufende Rückkopplung der Ausgangsgröße auf den Eingang hinzu, wird von Regelung gesprochen.
In der Betriebswirtschaft ist Controlling eines der Kernelemente für Steuerung.
→ Führung
→ Management
- StoryTelling
- → Storytelling
- Strategie
-
→ Strategie Management Consulting
→ Strategisches Multiprojektmanagement (Projektportfoliomanagement)
- Structural Drift
- Structural Drift bezeichnet die Entwicklung verschiedener Systeme, die miteinander nicht kausal gekoppelt sind, aber den gleichen Lebensraum teilen, als ob zwischen den beiden gegenseitige Eingriffe stattgefunden hätten.
- Strukturelle Kopplung
- Strukturelle Kopplung Definition
- Sunk Costs
- Sunk Costs - Deutsch: versunkene Kosten
Sunk costs sind aufgrund vergangener strategischen Entscheidungen entstandene Kosten, die weder gegenwärtig noch zukünftig beeinflussbar sind. Sie stellen irreversibel vordisponierte Kosten dar. Sunk Costs entstehen in dem Zusammenhang, wenn eine Unternehmung Investitionen mit dem Ziel unternimmt, ihre Wettbewerbsposition zu festigen.
Der Begriff Sunk Costs wird im strategischen Management und Projektmanagement verwendet.
Sunk Costs stellen ein Beispiel für strukturelle Kopplung dar.
- System
- Traditionelle Definition, die wir schon in der Grundschule (heute noch) lernen:
Ein System ist eine Gesamtheit voneinander abhängiger Funktionen, die Input zu Output verarbeiten.
"...
Ein System ist ein Mittel, Eingaben in Ausgaben umzuwandeln. Diese Beschreibung trifft zu, ganz gleich, ob das beschriebene System eine Behörde, eine Steuerkanzlei, ein typisches IT-System, die menschliche Leber oder Milz ist ... im Prinzip alles, was wir gern als "System" bezeichnen.
IT-Systeme unterscheiden sich davon in folgender Hinsicht: Sie sind Umwandlungen von Dateneingaben, die in das System hineinfließen, in Datenausgaben, die aus dem System herausfließen. Traditionellerweise konzentriert sich die Spezifikation solcher Systeme fast ausschließlich darauf, ihre Transformationsregeln zu definieren, die Verfahren und Methoden, die implementiert werden müssen, damit das System seine Eingaben in Ausgaben umwandeln kann.
..."
Bärentango, Tom de Marco & Timothy Lister, Seite 133
Traditionell wurde und wird ein System meist als eine irgendwie zusammengehörige Ansammlung von Dingen mit Beziehungen untereinander angesehen. Das ist klar und einfach und passt scheinbar immer. Also wird dieses Konzept ohne weiteres auf soziale Systeme (Unternehmen, Teams, Projekte, Prozesse) übertragen. Wiederum scheint es sofort naheliegend, einzelne Personen als die Elemente eines sozialen Systems zu identifizieren. Immer wenn man auf soziale Systeme trifft, operieren Menschen in ihnen.
Eine Behörde, eine Steuerkanzlei, ein typisches IT-System, die menschliche Leber oder Milz: Tatsächlich sind die alle "Systeme". Hier verabschieden wir uns von Tom de Marco.
Heinz von Foerster, ganz der charmante Wiener:
»Ein System ist ein Kasterl, das man auf der einen Seite kitzeln kann und auf der anderen Seite niest es«.
Er spricht von trivialen Systemen und nichttrivialen Systemen.
Biologische, psychische und soziale Systeme sind nicht nichttrivial.
Zur präzisen Beschreibung müssen wir also Typen bilden. Die Input-Output-Beziehungen reichen nicht mehr aus, um die Komplexität präziser zu beschreiben. Spätestens dann geht Ihnen ohne diese Präzisierung die Puste aus, wenn Sie die Stakeholder Ihrer Unternehmung fundiert identifizieren wollen. Hier stehen uns Niklas Luhmann, Humberto R. Maturana und Fransisco J. Varela zur Seite, damit wir die Welt nicht ausschließlich in Kausalitätssätzen ausdrücken und die Technologie nicht als eine der Unternehmensumwelten zu betrachten.
- Sinnverarbeitende Systeme
- soziale Systeme , z.B. eine Behörde, eine Steuerkanzlei
- das psychische System der Menschen (Synonym - Bewusstseinssystem)
- Codeverarbeitende Systeme
- Nichttrivial - Biologische (= lebende) Systeme wie Organe, Zellen z.B. Leber, Milz
- Trivial - Automaten wie Maschinen, IT z.B. ein typisches IT-System
Systeme sind operational geschlossen, strukturell offen. Sie schließen sich an ihre Umwelt über ihre Strukturen und nicht über Operationen.
- Soziale Systeme operieren im Medium Sinn.
- Die Operationen psychischer Systeme sind Gedanken (Das psychische System eines durchschnittlichen Menschen hat am Tag ca. 60.000 Operationen.)
- Lebende Systeme produzieren, reproduzieren und erhalten Zellen, Zellteile oder Organe bzw. ganze Organismen.
Der Mensch ist die Einheit der Unterscheidung von einem biologischen System (der Körper mit lebenden Sub-Systemen wie Organe und die Zellen...) und dem psychischen System (das Bewusstsein). Beide sind über strukturelle Kopplung miteinander verbunden und teilen sich den gleichen Lebensraum: Den menschlichen Körper.
In den sozialen Systemen wie Unternehmen, Prozessen und Projekten sind Personen, als konstruierte Identitäten, als Adressaten von Kommunikation zu verstehen. Personen sind selbst keine sozialen Systeme, sondern als Bewußtseinssysteme Kommunikationsadressen. Sie verfügen über Bedürfnisse, Individualität und über bestimmte Werte.
Wenn Prozessmanager oder Projektmanager die personellen Ressourcen planen, planen sie die Anzahl der biologischen Systeme. Bei der Teamentwicklung haben sie mit sozialen und psychischen Systemen zu tun.
So ist es nicht überraschend, dass Projektmanagement Vordenker, Querdenker und Experten immer wieder den Faktor Mensch entdecken. Konferenzen und Tagungen mit dem Titel Faktor Mensch werden organisiert. Die Entdeckungsfahrt wird bis Ende der Menschheit dauern, da der Mensch in Projekten und Prozessen nur biologisch zu finden ist. Sein biologisches System ist drin, sein Bewusstseinssystem ist draußen, damit er das Projekt oder den Prozess beobachten kann.
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