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BlueRocks® Glossar im pdf-Format

Immer mehr Besucher unserer Webpräsenz wollen wissen, ob sie das BlueRocks®Glossar in gedruckter Form erhalten können.

Das Druckformat ist nicht geplant.

Wir senden es Ihnen gerne im pdf-Format zu. Bitte teilen Sie uns hierzu Ihre Kontaktdaten mit 

Die kontextbezogene ausführliche Beschreibung einzelner Begriffe erfolgt in unseren Klientenprojekten sowie Seminaren. 

BlueRocks Glossar

Kohärenzkräfte
Die Arbeitsprozesse in Unternehmen laufen nicht beliebig, sondern in geordneten Handlungen ab, um Ergebnisse zu erzielen. Die Handlungsmuster sind sichtbar und unsichtbar. 

Kohärenzkräfte sind übergreifende und strukturierende Kräfte, die den Unternehmensalltag kohärent formieren. Sie sind der Kitt, der zusammenhält.

Diese Kräfte sind

  • Strategie
  • Strukturen
  • Kultur   

Sie stehen immer in einer eingen Wechselbeziehung zueinander. Diese Wechselbeziehung können wir mit einem Mobile vergleichen: Kommt eine der Kräfte in Bewegung, so schwingen die anderen zwei mit.

So führt die Optimierung der Prozessabläufe, ohne die Strategie und Kultur mit einzubeziehen, zu keinem nachhaltigen Ergebnis und in nicht wenigen Projekten zur Enttäuschung.

→ Kohärenz stammt von dem lateinischen Wort für zusammenhängen › cohaerere ‹  und heißt so viel wie zusammenhängend, stimmig, geordnet.

Der Begriff wird auch in der Physik (z. B. Laser) zur Bezeichnung von kraftvollen Wirkungszusammenhängen verwendet.

Der Pate für den Begriff Kohärenzkräfte ist Humberto Maturana: Coherencia Estructural


Kommunikation
Kommunikation ist nicht der Austausch von Daten oder Informationen zwischen Personen. Mit Kommunikation wird nichts übertragen, sondern beim Empfänger eine Differenz von Information und Mitteilung erzeugt, die dann Verstehen zur Folge hat. 

Kommunikation ist die Einheit von Information, Mitteilung und Verstehen. Sie ist ein Stück mit zwei Akteuren in vier Akten (nach Luhmann):

  • Selektion der Information (Sender)
  • Selektion der Mitteilung der selektierten Information (Sender)
  • selektives Verstehen oder Missverstehen der selektierten Mitteilung und ihrer Information (Empfänger)
  • Sinn-Verstehen - den Inhalt der Mitteilung verstehen und den Senders Sinnangebot annehmen oder ablehnen (anschließend wechselt der Empfänger in die Rolle vom Sender, startet eine neue Kommunikation!)

Kommunikation ist das Basiselement aller sozialen Systeme. Eine Handlung kann einem einzelnen Menschen zugeordnet werden. Die Kommunikation koppelt zwei oder mehr Menschen und ihre Handlungen miteinander.

Soziale Systeme kommen durch Kommunikation ihrer Akteure zustande. Sie bilden sich zwischen den Bewußtseinssystemen der beiteiligten Menschen. Ohne Bewusstseinsysteme gibt es keine Kommunikation.  

Unternehmen, Prozesse, Projekte als soziale Systeme bestehen aus spezifischer und unspezifischer Kommunikation.

Die spezifische Kommunikation legt sich auf eine Handlung fest. Die unspezifische beläßt es sowohl bei Ziel- als auch Inhaltsmehrdeutigkeit.

Über "wir haben ein Kommunikationsproblem!" spannen Sie diese Kategorisierung auf. Die meisten "Kommunikationsprobleme" entstehen aufgrund der Selektion vom Sender.    

Das Kommunikationsverständnis von Shannon und Weaver, das in der gängigen Projektmanagement-Literatur oder in meisten Projektmanagement-Seminaren vermittelt wird, bezieht sich auf Signalübertragung bzw. Datenübertragung. 

Good communication thats blocks learning ! - Argyris


Kommunikation planen
Engl. 10.2 Plan Communications

Von PMI zu Scrum :

Scrum adressiert den Prozess nicht explizit. Die Selbstorganisation des Scrum Teams erfordert, dass alle Beteiligten verstehen, dass ein Projektteam selbst ein kommunikatives System ist.

→ Kommunikation

→ Kommunikationsmanagement in Projekten


Kommunikationsmanagement in Projekten
Engl. Project Communications Management

Projekte als soziale Systeme bestehen aus Kommunikation. Kommunikation ist die kleinste und nicht weiter zerlegbare Einheit eines Projektes.

→  Kommunikation

Aus dem Grunde wird in Projekten die Kommunikation als zentraler Erfolgsfaktor viel beschworen. Gleichwohl sind kaum praktikable Verfahrensweisen verbreitet, durch deren Anwendung Kommunikation im Projekt systematisch sichtbar gemacht und gestaltet werden könnte.

Die herkömmlichen Ansätze gleichen einem Blindflug im Porzellanladen. Man trennt sich, wenn es zu sehr scheppert. Rechtzeitige Korrekturen finden kaum statt. Das Kommunikationsverständnis, Kommunikation sei Transport von Daten oder Austausch von Informationen, ist nicht zielführend.

Kommunikation ist als Einheit aus Information, Mitteilung und Verstehen aufzufassen.

Über die Projektprozesse im Wissensgebiet Kommunikationsmanagement in Projekten - Project Communications Management im PMI® - PMBOK®

  • Identify Stakeholder - Stakeholder identifizieren 
  • Plan Communications - Kommunikation planen
  • Distribute Information - Informationen verteilen
  • Manage Stakeholder Expectations - Stakeholdererwartungen managen
  • Report Performance - Projektleistung berichten  

spannen wir unseren eigenen Ansatz für Kommunikation auf, um diese Prozesse für agiles Projektmanagement sowie Management komplexer Projekte zu gestalten. Das Themenfeld Kommunikation wird im PMBOK®  sehr oberflächlich behandelt und verweist auf Theoriedefizite.   


 

Kompetenz
Die Kompetenz ist die Einheit der Unterscheidung von Wissen (explizites Wissen) und Können (implizites Wissen). 

Das explizite Wissen ist dokumentiert, archiviert, niedergeschrieben, so dass Sie es lernen oder von einem Trainer vermittelt bekommen können.

Können, das implizite Wissen, entwickelt sich durch Üben in der Praxis.


 

Kompetenzgesellschaft
In dynamischen Märkten geht es vordergründig um das Wissen über ihre Dynamik und Komplexität. Das Begreifen von komplexen Zusammenhängen ist auf der globalen Welt mehr als nur ein kritischer Erfolgsfaktor.

Die primäre Frage heißt nicht mehr, was wir (explizit) wissen, sondern was wir (besser als die anderen Mitbewerber) können.

Das explizite Wissen steht überall auf der Welt zur Verfügung. Die Wettbewerbsvorsteile erschließen sich nur dann, wenn das implizite unsichtbare Wissen, d.h. Können, in den Mittelpunkt der Kompetenzentwicklung gestellt wird.

Denkfehler: Wir befinden uns im Informationszeitalter.


Kompetenzmanagement
siehe Kompetenz und Management
Komplexe Probleme
Können Sie beim Fußball aus der genauen Position und Geschwindigkeit der 22 Spieler, aus ihrer Schrittlänge, aus der Windgeschwindigkeit, der Beschaffenheit des Fußballfeldes und dem Drehimpuls des Balles, also, durch Aufnahme der momentanen Bedingungen voraussehen, dass sechs Minuten später in die linke Torecke ein Tor fällt?

Nein? Sie sind der Meinung, dass Sie die Überraschungen der Gegner nicht planen können. (Sie meinen, dass zudem diese Überraschungen den Fussball so interessant machen!). Dann haben Sie komplexe Probleme. Das wichtigste Merkmal des Lebendigen ist, dass es überraschen kann.

Um sich von der Überraschung der Gegner nicht auslisten zu lassen, brauchen Sie Ideen, die besser sind als die ihren.


Komplexer Lernvorgang
Die Teilnehmer wissen implizit etwas, das sie explizit noch nicht wissen. Was ein Teilnehmer implizit weiß, weiß der Trainer zu Beginn des Vorgangs auch nicht. Er weiß aber, wie die Teilnehmer und er es gemeinsam entdecken können.

Beispiele: Workshops für Prozessmanagement und Projektmanagement, in denen sowohl die komplexen als auch die komplizierten Anteile integriert behandelt werden.

Die Teilnehmer kommen in diese Workshops in der Regel mit dem Glauben, als ob sie die Kunst des Prozessmanagement oder Projektmanagement erst lernen müssten, obwohl sie in ihrem unternehmerischen Alltag von Prozessen umgeben sind oder an Projekten mitwirken. Sie verfügen über breites implizites Wissen. Sie wissen also mehr, als sie zu sagen wissen. Der Trainer sammelt vor solchen Vorgängen Informationen, bildet Hypothesen , trennt zu Beginn gemeinsam mit den Teilnehmern die komplizierten und komplexen Anteile.

Für die komplizierten Anteile geht der Trainer wie in einem trivialen Lernvorgang vor. Für die komplexen Anteile helfen die herkömmlichen Trainingsansätze nicht. Hier beinhaltet der Trainerkoffer Denkwerkzeuge.

Unsere Seminare und Workshops gehören -bis auf wenige Ausnahmen- zum Typ komplexer Lernvorgang.


Komplexität

Der Begriff Komplexität gehört zum Standardwortschatz von Managern, Ingenieuren und Unternehmensberatern. Alle reden relativ beliebig und intuitiv über sie. Wenige verstehen dabei, was sie mit Komplexität zu meinen versuchen. Die meisten verwechseln die Kompliziertheit mit der Komplexität.     

Um der vermeintlichen Komplexität zu begegnen, werden sehr oft intuitiv Gegenmaßnahmen ergriffen. Manchmal mit Erfolg, oft jedoch mit enttäuschenden Ergebnissen. Der Zusammenhang zwischen den Ursachen von Komplexität, ihren Auswirkungen auf das Prozessnetzwerk in Unternehmen und der Ausweglosigkeit bekannter Methoden für Prozessmanagement und Projektmanagement ist derzeit noch unzureichend beschrieben.

Wir empfehlen: Nehmen Sie die Komplexität für Ihre Erfolge in Gebrauch.

Die Grundvoraussetzung dafür ist, der Denkwandel von der Methoden Gläubigkeit zur Gestaltungs Kompetenz für den souveränen Umgang mit komplexen Prozessen und Projekten. Nur die Lebendigkeit von Menschen ist die Quelle von Komplexität.  

Oder wie Luhmann sie bezeichnet: 

  • Komplexität heißt Selektionszwang.
  • Selektionszwang heißt Kontingenz.
  • Kontingenz heißt Risiko.

→ Best of Bullshit: Worthülsen aus der Teppichetage - Hans Rudolf Jost hat in seinem Buch die Begriffe komplex und kompliziert für jedermann verständlich beschrieben.  


  

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