Wenn der Steuernde mittels Planung, Budgetierung, formaler Macht, Anreizssysteme anweist, hat der Gesteuerte auszuführen!

Steuerung

Im Idealfall übernimmt der steuernde Manager die Funktion eines Leitrechners und die Gesteuerten die Funktion von Automatisierungsgeräten sowie von Antrieben und anderen peripheren Komponenten, dann läuft die Unternehmensorganisation wie eine hochautomatisierte Fertigungsanlage (s. Bild). Viele Vorgesetzte versuchen ihre Teams auch heute so zu managen, als ob ihre Teams automatisierte Anlagen auf der Feldebene und Sensor-/Aktorebene wären. Tanzen die Mitarbeiter nicht nach der Pfeife des Leitrechners, dann wird auf Mitarbeiter|nnen "Druck" geübt. Die neue Management-Technik Management by Angst findet immer mehr Anhänger. Leider sehr zum Leidwesen des eigenen Unternehmens, da es dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit in dynamischen Umwelten verliert. "Jenseits Weisung und Kontrolle" ist das Leitmotto für modernes Management. Zur Transformation vom tayloristischen Management zum modernen Management in dynamischen Umwelten sind folgende Fragen von fundamentaler Bedeutung:   

  • Was tun, wenn der Gesteuerte die Anweisungen vom Leitrechner hinterfragt, also konstruktiven Widerstand leistet?
  • Wenn die geplante kausale Kopplung nicht funktioniert?
  • Wenn die Zeitspanne zwischen Anweisung und Ausfrührung bedingt durch hohe Umweltdynamiken gelich null ist, so dass der Steuernde und der Gesteuerte sehr zeitnahe entscheiden und handeln müssen?

Den Schwerpunkt des Managens auf Führen legen! Sich von kausalen Kopplungen verabschieden und sie durch strukturelle Kopplungen ersetzen. Dafür muss der Vorgesetzte allerdings seine Rolle neu definieren. Der Gesteuerte hat nicht mehr die Zeit, um auf seine Anweisungen zu warten: Er horcht nicht mehr. Beide Kommunikationsadressen sind nunmehr füreinander Lernumgebung und werden über ihre anlassbezogenen Kompetenzen gekoppelt. Sie gewinnen laufend neue Erkenntnisse, die für eine der Seiten oder für beide Seiten aufschlussreich, aber auch schmerzhaft sein könnten. Die strukturelle Kopplung mittels Kompetenzen setzt gegenseitiges Vertrauen voraus. (Lernpsychologische Forschung stellt brauchbare Ansätze zur Verfügung, um Lernumgebungen erfolgreich zu gestalten.)       

Zur Geschichte der Steuerung: 

Steuerung kommt von Automata von Heron von Alexandria (20-62 nach Christus). Heron entwickelte eine Türsteuerung , bei der sich durch Entzünden eines Feuers die Tempeltür öffnete. 

Sein Weihwasserautomat gab nach Einwurf einer Münze eine kleine Menge geweihtes Wasser aus. Seine Ideen waren die ersten Beispiele der Steuerungstechnik.

  • Steuerung setzt die kausale Kopplung voraus. Im Management-Kontext definieren wir Steuernde | Gesteuerte und die Elemente, welche die beiden kausal verbinden.
  • Steuerung beeinflusst den Arbeitsablauf einer Maschine oder eines Prozesses nach einem vorgegebenen Plan.   
  • Abhängig von Eingangsgrößen und Zustandsgrößen werden Ausgangsgrößen gesetzt.

Durch die Abbildung der Operationen von dem Steuernden und den Gesteuerten in Automaten werden Automatisierungssysteme gebildet, z.B. Produktionsautomatisierung. Ein "intelligenterer" Automat -der Leitrechner ordnet an, was die "weniger intelligenten" Automatisierungsgeräte wann auszuführen haben. Hier läuft uns das Gefälle der Maschinen-Intelligenz über den Weg, das Niklas Luhmann Differenz bezeichnet:  

“Man kann den Begriff der Steuerung auf jeweils spezifische Differenzen und nicht auf Systeme beziehen. Differenzen können durch Steuerung gesteigert oder auch abgeschwächt werden. In jedem Fall beobachten Steuerungsversuche das zu steuernde System mit Hilfe einer spezifischen Unterscheidung”.   

Versucht allerdings ein Projektmanager sein Projektteam oder ein Prozessmanager seine Prozessbeteiligte zu steuern, als ob er ein Leitrechner und die Mitarbeiter Automatisierungsgeräte wären, ist das Elend vorprogrammiert. Er hat den Begriff Differenz nicht ganz verstanden. Das Machtgefälle kann mit Ursache-Wirkungs-Mustern nicht gelebt werden, da Organisationen keine trivialen Maschinen sind. Triviale Maschinen können von Software Entwicklern codiert werden. Die im Anforderungsprofil von Requirements-Managern definierten Eingangsgrößen führen in ihrem Fall zu fest gekoppelten bzw. geplanten Ausgangsgrößen.

Organisationen wie Unternehmen, Projekte, Prozesse reagieren in ihrem Verhalten immer auf ihre innere Logik, so dass sie auf Eingangsgrößen selektiv reagieren. Organisationen verarbeiten Sinn. 

SmileDenkfalle: Führen ist Ausführen.

Regelung - Kommt bei der Steuerung die fortlaufende Rückkopplung der Ausgangsgröße auf den Eingang hinzu, wird von Regelung gesprochen.

In der Betriebswirtschaft ist Controlling eines der Kernelemente für Steuerung.

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