Autodynamik-Fähigkeit

structure follows environment
Autodynamik: Autopoiesis + Dynamik - Ashby, Maturana und Luhmann treffen sich beim BlueRocks Ping Pong Thinking Team.

Autodynamik der Digital Business Ecosystems ist die zentrale Dimension unseres Modells für die digitale Transformation eines Unternehmens, das sich als gestaltender Akteur in der Smart Service Welt der Internet of Services positionieren will.

Die Fähigkeit zur autodynamischen Anpassung der Eigendynamik von Unternehmensorganisationen an die Dynamik in den Unternehmensumwelten ist nicht nur eine wettbewerbsentscheidende, sondern eine überlebenssichernde Fähigkeit. Die Massnahmen zur Kompetenzentwicklung in Richtung Smart Service Welt und Industrie 4.0 müssen auf die Stärkung dieser Fähigkeit in der Unternehmensorganisation fokussieren.

autodynamik structure follows environment  © Prof. Dr. Fehmi Alagün

Die Technologie muss dazu dienen, die Autodynamik Fähigkeit des Unternehmens für neue Wettbewerbserfolge in der globalen Smart Service Welt zu erhöhen.

Für Existenzsicherheit und Wettbewerbserfolge in dynamischen Unternehmensumwelten der digitalen Gesellschaft, Wirtschaft und Märkte ist Autodynamik-Fähigkeit die Kernkompetenz von Organisationen und ihren Mitgliedern.

Die Eigendynamik des flotten Ferrari-Fahrers ist auf der Autobahn bei weitem nicht so hoch wie auf der Landstraße. Erst wenn er auf der Landstraße auf Traktorfahrer, die nach einer scharfen Kurve -von einer Seitengasse kommend- plötzlich auftauchen könnten, aufpassen muss, steigt seine Eigendynamik automatisch.

Die Eigendynamik der Mannschaft steigert sich, wenn die Super-Tanker und Container-Schiffe durch eine Meerenge wie Bosphorus fahren oder den Hafen von Singapur anlaufen. In den weiten Ozeanen sinkt die Eigendynamik auf das Niveau der Umwelt. Der Autopilot wird eingeschaltet. Die Mannschaft geht den Routine-Tätigkeiten nach.  

Diese Fähigkeit zur automatischen Anpassung der Eigendynamik an die Umweltdynamiken müssen die Organisationen besitzen, um in der digitalen Gesellschaft erfolgreich zu agieren.

Autodynamik ist ein von tural gebildetes Kunstwort bestehend aus Autopoiesis und Dynamik und beschreibt diese Fähigkeit.

Autodynamische Unternehmen,

autodynamische Prozesse,

autodynamische Projekte

sind in der Lage ihre Eigendynamik selbst zu bestimmen.

Autodynamik ist der zentrale Begriff unseres Managementmodells: Sie ist die wichtigste Eigenschaft von Organisationen in der digitalen Gesellschaft.

Autodynamik ermöglicht uns die verschiedenen Systemtypen zuerst zu unterscheiden, um anschließend komplementär integrierend zu beschreiben:

Trivialsysteme (Kategorie Kompliziertheit), die sich nicht selbst produzieren und reproduzieren (von anderen gemachte Systeme wie Automaten, Uhren). Wir bezeichnen sie Allodynamische Systeme (ebenfalls ein von tural gebildetes Kunstwort bestehend aus Allopoiesis und Dynamik). Die Dynamik von technischen oder künstlichen Systemen ist formal, d.h. vom erstellenden/entwickelnden definiert.

Systeme, die sich selbst produzieren und reproduzieren:

lebende Organismen bzw. biologische Systeme, die durch Leben mittels Codes operieren

psychische Systeme, die durch Bewusstseinsprozesse wie Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Wollen, Aufmerksamkeit operieren (Sinnverarbeitung durch Gedanken und Vorstellungen, daher permanent sinnsuchend),

soziale Systeme (Kategorie soziale Komplexität), die durch Kommunikation operieren

Interaktionen

Organisationen wie Unternehmen, Projektteams

Gesellschaft mit ihren Ausdifferenzierungen Märkte und Wirtschaft (Recht, Wissenschaft, Politik, Religion, Familie sind auch gesellschaftlich ausdifferenzierte Funktionssysteme. Unser Management-Modell fokussiert -basierend auf der Wertschöpfung- an erster Stelle auf die unmittelbare Lernumgebung einer Unternehmensorganisation Markt. Den Unternehmensmarkt betrachten wir als ausdifferenziertes Funktionssystem der Wirtschaft und der Gesellschaft.)

Autopoiesis

In Organisationen der Wirtschaft, Politik, Bildung sowie Prozessteams und Projektteams existieren die Systemtypen der Kategorien sozialer und technischer Komplexität ineinander verwoben.

Schön haben sie die alten Griechen das wichtigste Merkmal von Organisationen wie Unternehmen beschrieben:

autós : selbst, poiein : erschaffen; schöpfen

Autopoiesis bezeichnet die Reproduktion von Elementen eines Systems durch das System selbst: Selbstorganisation. Organisationen wie Unternehmen, Bildungseinrichtungen sind autopoietische Systeme.

Don Humberto Maturana

Autodynamik von Carlos Valderrama einfach erklärt!

Die Umwelten eines Unternehmens können weder seine Elemente konstituieren noch seine Operationsweise direkt verändern.

»Lebewesen sind mit der sie umgebenden Umwelt strukturell gekoppelt. Sie verwirklichen ihre Autopoiese auf eine Art und Weise, die ihren Fortbestand in dem Medium ermöglicht. Die Struktur eines Lebewesens und die Struktur der Umwelt sind in dem Sinne miteinander verträglich, dass der Fortbestand des Lebewesens in der Umwelt möglich ist. Die Umwelt löst die Veränderungen eines Lebewesens nur aus, bestimmt aber nicht ihren Verlauf.«
(Der Baum der Erkenntnis, München 1984, Humberto Maturana und Francisco Varela)

Wir müssen hier zwei Aspekte berücksichtigen, um im dynamischen Umfeld auf Sicht fahren zu können:

Zum einen der ständige Abgleich von eigener Struktur und der Struktur der Umwelt und

zum anderen die Veränderungsmöglichkeit, die keine weitere Entwicklung bestimmt.

Beide sind strukturell in einer rekursiven Schleife gekoppelt. Die Umwelt wird von Individuuen und sozialen Organisationen ständig auf Veränderungen hin überprüft. Die Umwelt versorgt diese operativ geschlossenen Systeme permanent mit aktuellen Umweltinformationen.

Um Big Data zu verstehen können, müssen wir strukturelle Koppelungen und Korrelationen neben der Kausalitäten kontextbezogen beschreiben können. 

Autopoiesis + Dynamik - Ashby, Maturana und Luhmann treffen sich bei tural

Als autopoietische Systeme sind Organisationen wie Unternehmen operativ geschlossen. Ihre Umwelten spüren sie an der Differenz zwischen der Dynamik ihrer Umwelten und ihrer Eigendynamik. Unternehmensorganisationen suchen ununterbrochen Druckpunkte (touch points) und Stellen, auf die sie sensibel und souverän reagieren, um ihren Beitrag für nachhaltige Wettbewerbserfolge zu leisten.

Ist die Umweltdynamik größer als die Eigendynamik hat das Unternehmen ein Problem. Es spürt den Druck der nächsten Umwelt, den vom Markt. Hier sind die Druckstellen (touch points), die Manager -gemeinsam mit ihren Mitarbeitern- zu identifizieren haben.

Ist die Eigendynamik größer als Umweltdynamik könnte das Unternehmen Marktvorteile aber auch Probleme haben:

Überrascht das Unternehmen seine Mitbewerber mit außergewöhnlichen Ideen, Produkten, Services, so ist es erfolgreich.

 Wird im Unternehmen aufgrund des kreativen Potenzials sehr viel nice to have gemacht, ohne dass man auf dem Markt dafür Abnehmer findet, dann hat es ein Problem.

William Ross Ashby ermöglicht uns Augmented Reality

Unternehmen reagieren permanent auf Veränderungen in ihren Umwelten, allen voran in ihrer unmittelbaren Umwelt Markt. Sie versuchen, die Dynamikdifferenz für eigene Wettbewerbserfolge im Ökosystem der Smart Service Welt und Industrie 4.0 in Gebrauch zu nehmen. Dadurch sind sie ständig im Werden, ständig in Re-Konstruktion. Sie spüren die Druckstellen (touch points) und schrauben an den Stellhebeln, um die Eigendynamik auf das Niveau der Umweltdynamik anzuheben.

Dieses permanente Reagieren auf die durch die Digitalisierung steigenden Umweltdynamiken führt im Kontext der digitalen Transformation zum fortlaufenden organisationalen Wandel: Autodynamik!

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Autodynamik ist ein von Cüneyt Tural gebildetes Kunstwort bestehend aus Autopoiesis und Dynamik.

Autodynamik beschreibt die Fähigkeit, die die Unternehmensorganisationen zur Anpassung der Eigendynamik an die Umweltdynamiken besitzen müssen, um in dynamischen Unternehmensumwelten erfolgreich zu agieren.

Dr. h. c. Carlos Valderrama "El Pibe" erklärt Autodynamik:

(SZ-Interview am 08.07.2010)

"...

SZ: Sie waren ein Spieler, der nicht durch seine Physis bestach, sondern eher die Pause kultivierte, Tempi markierte, präzise Pässe gab, im Laufe einer ganzen Karriere nie einen falschen Pass spielte. Sehen Sie noch Fußballer, die Ihnen ähneln?

Valderrama: Nein. Diese Art, das Spiel zu begreifen, ist vorbei. Es gibt keine Valderramas mehr.

SZ: Woran liegt das?

Valderrama: Die Trainer haben sie verschwinden lassen. Sie wollen keine Spieler mehr mit dieser Qualität. Sie wollen Spieler, die rennen, die physisch stark sind. Und nicht Spieler, die dem Spiel Zeit zum Luftholen geben und es durch die Macht des Gedankens beschleunigen, statt durch Muskeln.

..."

Carlos Valderrama

Carlos Valderrama ist Ehrendoktor der Universität Magdalena in seiner Heimatstadt Santa Marta / Kolumbien.