Prof. Gausemeier im Interview mit der Wirtschaftsförderung Lippstadt:

Seit einiger Zeit beobachten wir den Wandel von den nationalen Industriegesellschaften zur globalen Informationsgesellschaft. Informations- und Kommunikationstechnik wachsen zusammen und durchdringen alle Lebensbereiche.

Produktion wird als komplexes, informationsverarbeitendes System verstanden, in dem bereichs- und unternehmensübergreifende Leistungserstellungsprozesse und deren durchgängige Unterstützung durch Informations- und Kommunikationstechnik eine herausragende Rolle spielen.

Vor diesem Hintergrund werden Geräte und Systeme unserer realen Umgebung, die durch eingebettete Software gesteuert werden, zunehmend in das weltumspannende Kommunikationsnetz integriert, wofür der Begriff Internet der Dinge steht. Reale Welt und virtuelle Welt wachsen offensichtlich zusammen, was durch den Begriff Cyber-Physical Systems zum Ausdruck kommt. Im Kontext der industriellen Produktion eröffnet sich eine neue Perspektive, die von vielen als die vierte industrielle Revolution gesehen wird – Industrie4.0.

Der Weg zu dem neuen Leitbild Industrie 4.0 wird evolutionär verlaufen; die Auswirkungen auf das System industrielle Produktion werden in der Sicht zurück den Charakter einer Revolution haben.

Wenn wir die sich abzeichnende Entwicklung antizipieren, können wir einige gravierende Punkte erkennen, die einer Revolution nahekommen:

Da ist zunächst die weltweite Vernetzung von Individuen, Organisationen und realen Objekten wie Produktionsmaschinen und Transportmittel. Auf dieser Basis werden sich Produktionsnetzwerke quasi über Nacht formieren, um einen Produktionsauftrag wirtschaftlich und schnell abzuarbeiten.

Es treten neue Akteure mit innovativen Geschäftsmodellen auf den Plan, beispielsweise kapitalkräftige Unternehmen, die eine gute Produkt- bzw. Geschäftsidee haben, aber alle Aktivitäten wie Entwicklung, Produktion und Marketing von Dritten im Rahmen eines Ad-hoc-Netzwerks erledigen lassen und sich lediglich auf die Orchestrierung des Innovationsgeschehens konzentrieren.

In vielen Bereichen wird man für die Nutzung eines Produkts bzw. für eine Leistung zahlen und nicht das Produkt erwerben. Die Mobilitätsprogramme der großen Automobilhersteller sind frühe Vorboten dieser weitreichenden Entwicklung.

Last but not least wird sich auch die Arbeitswelt gravierend verändern, die Fachleute sprechen hier bereits von Arbeit 4.0. Deutlich abzusehen ist, dass in vielen Bereichen die Arbeitsinhalte angereichert werden – der Bediener wird zum Entscheider. Die Zusammenarbeit mit intelligenten Computersystemen wird gang und gäbe sein. 

Das Interview können Sie hier lesen:

Interview der Wirtschaftsförderung mit Prof. Jürgen Gausemeier zur Bedeutung von Industrie 4.0

Pressekontakt: WFL Lippstadt GmbH, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 02941/270101

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