Industrie 4.0 in 2015 ist das Internet der Dienstleistungen

Seit gut zwei Jahren schreibe ich sowohl in diesem Blog als auch in den sozialen Medien, dass Industrie 4.0 nicht "the next step" für die Produktionsautomatisierung verstanden werden muss. Industrie 4.0 beschreibt nur ein Subthema im Internet of Services. Nicht mehr und nicht weniger.

Internet of Services übersetze ich mit Internet der Dienstleistungen. Es ist weit mehr als ein IT Thema. Es geht primär darum neue Geschäftsmodelle zu generieren.

industrie 4.0 trägt früchte

© Prof. Dr. Fehmi Alagün Graz / Bosporus

2015 müssen wir mit dem Mittelmaß Schluß machen ... Wir müssen aufhören, die erfolgreiche Vergangenheit in die Zukunft zu transportieren.

Der Erfolg der Wertschöpfung wird in der digitalen Gesellschaft 2020 anders definiert als in den vergangenen Dekaden. Die Schwerpunktthemen für Manager sind

Ende des Blindfluges

Vielfalt lenkt Vielfalt

Ende der Immunschwäche

Während die verwaltenden Manager den Zielen von anderen folgen, übernehmen die führenden Manager Verantwortung und schaffen es durch ihre Vision und ihre Kommunikationsfähigkeiten, dass ihnen andere Menschen folgen.

Doch gerade die Kommunikationsschwächen vieler Manager werden heute durch das Medium Internet aufgedeckt. Ein weiteres Defizit vieler Manager ist das fehlende Wissen über komplexe Systeme und lebensfähige Systeme. Dieses Wissen ist im digitalen Leben grundlegend für den Aufbau eines Immunsystems von Unternehmen, damit positive und negative Risiken frühzeitig erkannt werden können.

Nico Lumma schrieb in seinem Jahresrückblick 2014: 

»Industrie 4.0 ist das heisse Thema der kommenden Jahre .... , aber hier versucht die Bundesregierung gerade den Mittelstand zum Jagen zu tragen. Wenn Industrie 4.0 verpennt wird, dann gute Nacht, Deutschland!«

Der Mittelstand wird immerhin zum Jagen getragen, die fundamentalen Innovationsquellen Startups werden nicht einmal berücksichtigt. Mein Vorschlag zur Güte: Sie werden halbherzig erwähnt!  

Kennen Sie die Summe für 2015, die der Baden-Württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid zur Förderung von Industrie 4.0 im Ländle stolz angekündigt hat?

»Wir geben dieses Jahr 80 Millionen Euro für die Förderung und Entwicklung von Industrie-4.0-Software aus – das gibt Google an einem Tag für Innovationen aus.«

Auf die Frage

Worin unterscheidet sich die Diskussion über das Thema Industrie 4.0 oder Industrial Internet in den USA von der in Deutschland bzw. Europa?

antwortet Franz Gruber von Forcam:

»Die Diskussionen unterscheiden sich in den Zielen und Ansätzen kaum: Jede Nation, jede Region will ihre Industriebranchen im Rennen um Renditen, Standorte und Arbeitsplätze weit vorne positionieren. Auch die Maßnahmen werden meist richtig benannt:

mehr Forschungsnetzwerke,

mehr Mut im Mittelstand,

flexiblere Arbeitszeitmodelle,

mehr Ausbildung in MINT-Fächern,

neue Universitätsstudiengänge.

Allein: Europa läuft die Zeit davon.

Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, wurde jüngst in der Presse zitiert mit den Worten: »Deutschland hat die erste Halbzeit der Digitalisierung verloren.«

Ich teile diese Einschätzung, denn bei der Digitalisierung unseres Alltags – Stichwort Apple, Facebook, Google & Co. – liegen wir uneinholbar hinten. Damit wir die zweite Halbzeit – die Digitalisierung der industriellen Produktion und Produkte – nicht auch noch verlieren, sind große Anstrengungen nötig. Die Deutsche Telekom hat als Konsequenz mit Siemens eine Forschungspartnerschaft gestartet, um deutsche Standorte zu vernetzen. Das ist der richtige Weg:

- Unternehmen sollten Eigeninitiative zeigen und investieren.

- Politiker und Verbände müssen diese Aktivitäten der Unternehmen nach Kräften unterstützen – mit Fördergeldern, mit Forschung, mit einheitlichen rechtlichen und sicherheitsrelevanten Standards und Normen.

Für beide Seiten gilt nur eines: Macht es sofort. Die zweite Halbzeit läuft schon.«

Prof. Dr. Arnold Picot, der Betriebswirtschaftslehre an der LMU München lehrt, sagt allerdings:

"Ausbildung bereitet zu wenig auf die digitale Arbeitswelt vor"

»Heutige Schulen sind vielfach noch zu stark auf die Anforderungen des 19. und 20. Jahrhuderts ausgerichtet. Informationen waren nicht leicht zugänglich; Wissen hatte viel mit Macht zu tun. In Folge dessen stand die Abfrage von Wissen durch Noten und Prüfungsergebnisse im Vordergrund und tut es häufig immer noch.

Doch unzeitgemäße Ausbildungsinhalte sind nicht nur ein Problem der Schulen, sondern auch der mangelnden Ausbildung der Ausbilder in den Betrieben. Zunehmend erkennen die Verantwortlichen zwar die Notwendigkeit zur Anpassun - aber es geht langsam.«

Die Sätze von Prof. Picot können wir ohne Abstriche auf Schulen und Weitersbildungsanbieter übertragen. 

Seit 2011 bietet die BlueRocks Akademie Transdisziplinäre Qualifizierung für Industrie 4.0 zur Vorbereitung auf die digitale Arbeitswelt an.

Über unsere Erfahrungen werde ich in einem anderen Blog Beitrag berichten.

Industrie 4.0 Weiterbildung

Kurs-Nr. Titel Beginn Ende Ort Preis
80 Industrie 4.0 für Executives 30. Jan 2019 30. Jan 2019 München 599,00 EUR 
80 Industrie 4.0 für Executives 30. Jan 2019 30. Jan 2019 München 599,00 EUR 
80 Industrie 4.0 in a Nutshell 28. Feb 2019 28. Feb 2019 München 599,00 EUR 
80 Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 29. Mär 2019 29. Mär 2019 München 599,00 EUR 
80 Einführung in Industrie 4.0 26. Apr 2019 26. Apr 2019 Nürnberg 599,00 EUR 
80 Industrie 4.0 und Digitale Transformation 29. Mai 2019 29. Mai 2019 Nürnberg 599,00 EUR 
80 Innovation Session Industrie 4.0 14. Jun 2019 14. Jun 2019 Linz 599,00 EUR 
80 Mit Internet of Things und Industrie 4.0 auf Erfolgskurs 28. Jun 2019 28. Jun 2019 Nürnberg 599,00 EUR 
80 Innovation Session Industrie 4.0 30. Jul 2019 30. Jul 2019 Nürnberg 599,00 EUR 
80 Industrie 4.0 in Digital Business Value Ecosystems 30. Aug 2019 31. Aug 2019 Nürnberg 599,00 EUR 
80 Industrie 4.0 und Internet of Things 27. Sep 2019 27. Sep 2019 Nürnberg 599,00 EUR 
80 Industrie 4.0 in Digital Ecosystems 29. Okt 2019 29. Okt 2019 Berlin 599,00 EUR