Alle Prozesse, in denen Menschen sich betätigen, sind soziale Systeme.

Prozessmanagement befasst sich mit der Prozessführung, der Prozesssteuerung und dem Organisieren der Prozesse.

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Zu Beginn eines Projektes für Prozessoptimierung fokussieren wir auf die Gewichtung von folgenden Systemtypen im jeweiligen Prozess:

Allodynamische Systeme

Biologische Systeme der Prozessbeteiligten (Muskelkraft für Bauprojekte!)

Autodynamische Systeme

» psychische Systeme der am Prozess mitwirkenden Individuen, die durch Bewusstseinsprozesse wie Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Wollen, Aufmerksamkeit operieren (Sinnverarbeitung durch Gedanken und Vorstellungen, daher permanent sinnsuchend)

» das Netzwerk von Prozessbeteiligten als soziales System, das durch Kommunikation operiert.

In Unternehmensprozessen existieren die drei Typen -je nach dem jeweiligen Unternehmensprozess in prozentual unterschiedlicher Prägung- verwoben. 

Die 100% automatisierten IT- sowie Produktionsprozesse, die ohne Menschen nach einem Code arbeiten, sind Trivialmaschinen.

Diese Systeme haben mit Sinn nichts im Sinn. Sie fragen nicht nach dem Sinn ihres Tuns. Sie machen das, was man Ihnen gesagt hat, ohne warum, wieso, wozu zu fragen, Wenn ein Fehler in einem solchen Prozess auftritt, hat dies immer einen kausalen Grund. Die Entscheidungsfindung läuft stets nach dem gleichen Muster, was von Menschen vorgegeben ist. Die Trivialmaschinen stellen ihre Entscheidungen nie in Frage.

Für Trivialmaschinen werden von Experten meistens Kaffeeautomaten und Uhren als Metapher genutzt. In der Praxis der Fertigungsautomatisierung sprechen wir von Steuerungstechnik und Regelungstechnik in hochgradig automatisierten Fertigungs- und Montageprozessen.

Zu den Trivialmaschinen zählen neben den speicherprogrammierbaren Steuerungen Roboter, CNC-Maschinen, Schraubautomaten, Thermostaten, Regelungsmodule u.v.a.

Dass es keine leichte Aufgabe ist, solche codeverarbeitenden allodynamischen Systeme zu konzipieren, zu realisieren, in Betrieb zu nehmen, zu warten, haben wir selbst mehrere Jahre in eigenen Projekten erfahren. Der Leser sei an dieser Stelle noch einmal erinnert, dass wir mit Trivialmaschine nicht "einfach realisierbare Maschinen" meinen, sondern Automaten.

In Fabrikhallen selbst in hochgradig automatisierten Fertigungs- und Montageprozessen übernehmen Menschen diverse Aufgaben, so dass Prozessorganisationen als soziale Systeme betrachtet werden. Hier dominiert die Prozesssteuerung, die Prozessführung fällt kaum ins Gewicht. Denn die Ablaufstrukturen sind genau definiert und fixiert. Die Workflow-Systeme, Vorschriften, Regeln, Normierungen, Standardisierungen steuern das Zusammenwirken von Automatisierungssystemen und Menschen. In diese Art von sozialen Systemen kann von aussen interveniert werden, um sie zu gestalten.  Systemische Interventionstechniken erweisen hierbei brauchbare Dienste. Die Prozesskultur kann entwickelt werden: Verhaltensklultur. Die Prozesssteuerung spielt sich auf der Vorderbühne ab.        

Auf der Bereichsleitebene und der Produktionsleitebene gewinnen die Managementprozesse die Oberhand. Die Prozessorganisation ist nunmehr eine sinnverarbeitende soziale Organisation, deren Basiselement Kommunikation ist. Prozessführung gewinnt an Bedeutung im Verhältnis zur Prozesssteuerung. Die Workflow-Systeme wie SAP R/3, Compliance-Regeln, Vorschriften, Planungsregeln, Normierungen, Standardisierungen sind zur Steuerung auch hier mit im Spiel. Vorangehen und Umgangsweisen von Personen für Personen steht im Vordergrund: Führung. Führende Personen prozesieren permanent Entscheidungen. Für diese Art der Prozessorganisationen ist im dynamischen Umfeld Autodynamik die Kernkompetenz.   

Für alle drei Systemtypen in Prozessen gilt die Prozess Definition:

Prozesse bestehen aus einer Anzahl von Operationen, die sich auf einen gemeinsamen Anlass zur Handlung beziehen.

Nun fragen wir uns:

"Um welche Kategorie der Unternehmensprozesse handelt es sich dabei? Welche Ergebnisse bezahlen die Kunden? In welcher Kategorie werden die Entscheidungen wie prozessiert?"

Geschäftsprozesse

Managementprozesse

Unterstützungsprozesse

Im Rahmen der Prozess-Gestaltung werden die Operationen unter zeitlichen, finanziellen und operativen Aspekten vernetzt. Dadurch bildet sich die Struktur des Prozesses.

Die Operationen im Prozess haben komplizierte und komplexe Anteile. Je nach dem Prozess gestaltet sich das Verhältnis der Anteile. Je dynamischer die Prozessumwelt und der Arbeitsinhalt sind, desto dominanter sind die komplexen Anteile mit Autodynamik-Fähigkeit.

Allodynamische, komplizierte Anteile sind analytischen Verfahren zugänglich, so dass sie mit bewährten Methoden analysiert, geplant, modelliert und dokumentiert werden. Die kausale Prozess Logik kommt voll zur Geltung. OMG BPMN, UML, EpK helfen bei methodenbasierten Vorgehen. 

Methoden setzen Wiederholung voraus.

siehe auch Methoden Hopping und Methoden-Sklave

Autodynamische, komplexe Anteile sind mathematischen Algorithmen nicht zugänglich. Hier hat das Prozessteam mit Überraschungen zu tun. Man benötigt im Moment der Überraschung eine passende Idee. Theorien sind Prüfmechanismen für Ideen. Zur Gestaltung von autodynamischen Systemen in Prozessen ist theoriebasiertes Vorgehen erforderlich.

Theorie ist nicht das Gegenteil von Praxis. 

Die Methoden, Techniken und Werkzeuge für komplizierte Anteile nutzen für komplexe Probleme nicht. Umgekehrt liefern die Werkzeuge für komplexe Anteile keine brauchbaren Lösungen für komplizierte Anteile.

Können Sie die Unternehmensprozesse Strategieentwicklung und Angebotsabwicklung nach dem gleichen Prozess Muster gestalten und führen?

Der kritische Erfolgsfaktor für Prozess Management im dynamischen Umfeld ist für den jeweiligen Prozess nutzenstiftende Integration von methodenbasierten und theoriebasierten Vorgehen.

Prozessmanagement in Digital Ecosystems