Industrie 4.0 ist eine Unterdisziplin in der Smart Service Welt

Industrie 4.0 ist ein Unterthema von Internet of Services

© Prof. Dr. Fehmi Alagün

Auf der CEBIT 2015 wurden die Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft veröffentlicht.

Mein erster Eindruck: Eine gelungene Arbeit.

Insbesondere freue ich mich, dass "Service" im Mittelpunkt steht: Industrie 4.0 wurde zur Smart Service Welt weiter gedacht, was wir seit gut zwei Jahren vorschlagen.

Folgende Zeilen übernehme ich aus dem Bericht ohne Kommentare:

Smart Service Welt 2025: Eine Vision für die Optimierung industrieller Prozesse

«Die Vision Smart Service Welt 2025 fokussiert auf die Produktion, weil dieser Bereich unmittelbar an die Vision der Industrie 4.0 anschließt und Deutschland in diesem Bereich über besonders gute Startvoraussetzungen verfügt.

Sie kann aber auch direkt auf andere Anwendungsbereiche übertragen werden:

  Automatisierte Marktplätze für Logistikdienstleister sind im Umfeld des Personenindividualverkehrs heute schon Realität, zukünftig werden sie sich aber auch für den Schwerlasttransport etablieren.

  In der Landwirtschaft wird sich die datenbasierte Optimierung der Wertschöpfungskette, vom Einsatz des optimalen Saatguts über die Nutzung gee igneter Düngemittel bis hin zur Optimierung der gesamten Verarbeitungs- und Logistikkette bei der Ernte, zunehmend verbreiten.

  Die dezentrale Zustandsüberwachung von Erkrankten durch eine kontinuierliche Datenerhebung und personalisierte Intervention verbunden mit einer durch intelligente Algorithmen verbesserten Diagnostik werden die Effektivität und Effizienz in der gesundheitlichen Versorgung signifikant erhöhen.

  Im Umfeld Smart Grid ist bereits zu beobachten, wie neue Geschäftsmodelle rund um den Handel von Energie entstehen.

  Insofern lassen sich in einigen Anwendungsbereichen einzelne Aspekte der Vision Smart Service Welt sogar schneller umsetzen als in der Produktion.»

Der globale Wettbewerb erfordert einen Paradigmenwechsel in Unternehmen und der Arbeitswelt

«Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Aufbruch in die Smart Service Welt ist das Verständnis der Unternehmensführung für die neuen Herausforderungen. Die Smart Service Welt erfordert von der Unternehmensführung je nach Bedarf branchenübergreifende Kollaborationen in Wertschöpfungsnetzen.

  Das bedeutet:

Wettbewerber kooperieren miteinander, Mitarbeiter interagieren automatisiert mit Plattformbetreibern und werden somit gleichsam außerhalb traditioneller Unternehmensgrenzen geführt. Die Veränderungen in Bezug auf Führung, Kultur, Zusammenarbeit und Geschäftsmodelle können derart gravierend sein, dass unternehmerische Erneuerung – Corporate Rethinkingstatt Organisationsoptimierung – Change – erforderlich ist.

Aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks muss der Erneuerungsprozess durch „Beschleuniger-Teams“ innerhalb und zwischen den Unternehmen vorangetrieben werden:

  Vernetzte digitale Pilotgruppen bilden eine effektive Möglichkeit, den unternehmerischen Transformationsprozess in der Smart Service Welt rasch und erfolgreich zu bewältigen.»  

Die Smart Service Welt ist disruptiv.

Im Mittelpunkt steht der Nutzer mit seinen Vorlieben und Bedürfnissen etwa als Verbraucher, Mitarbeiter, Bürger, Patient oder Tourist.

Allerdings muss auch die Reality Gap des Nutzers mit berücksichtigt werden.